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Mikroelektroden-Array-Neurochip

Foto: Dr. Simone Stüwe, Universität Rostock

Aufzeichnungen von zellulärer elektrischer Aktivität werden meistens in Kultur mit Glasmikroelektroden einschließlich Salzlösung durchgeführt. Diese Elektroden werden mit einem Mikromanipulator intra- bzw. extrazellulär an der Zellmembran positioniert und können dann die Aktionspotenziale einer aktiven Zelle aufzeichnen.

Bei dieser Methode besteht die Gefahr, dass die Zellmembran beschädigt und die ganze Zelle bzw. das ganze Netzwerk zerstört wird. Darüber hinaus ist es schwierig und sehr zeitaufwendig, mit mehreren Glaselektroden gleichzeitig in vivo oder in vitro zu arbeiten; dadurch ist die Anzahl möglicher Messorte für simultane und langzeitige intrazelluläre Ableitungen beschränkt.

Um diese Probleme zu vermeiden, werden ebenfalls spannungssensitive Farbstoffe für die Messung der elektrischen Aktivität von Zellen verwendet; dabei können andere Probleme wie Toxizität entstehen, die die Messdauer einer Kultur üblicherweise auf 30-60 Minuten begrenzen.

Eine Alternative zu diesen Methoden ist die Verwendung von extrazellulären Ableitelektroden, die sich außerhalb der Zelle befinden und das extrazelluläre Spannungssignal aufnehmen. Seit den ersten Arbeiten von Thomas et al. (1972) und den ersten erfolgreichen Aufzeichnungen von neuronalen Aktionspotenzialen mit Mikroelektroden-Chips (Gross et al., 1977) hat die stetige Entwicklung nun einen Punkt erreicht, an dem die routinemäßige Beobachtung der internen Vorgänge von Netzwerken bei Säugernervenzellen möglich ist.

Das Wachstum von Netzwerken auf Trägern mit dicht gepackten Mikroelektroden-Arrays (MEA-Neurochips) liefert Zellkulturen, die langzeitige und kontinuierliche Aufzeichnungen von einer Vielzahl von Messstellen in vitro und die Beobachtung der Signalübertragung zwischen vielen Zellen ermöglichen. MEA-Neurochips ermöglichen darüber hinaus nicht-invasive, langzeitige Aufzeichnungen und Echtzeitanalysen von Aktionspotenzialmustern von bis zu 256 verschiedenen Neuronen in Kurz- und Langzeituntersuchungen und sind gleichzeitig optisch zugänglich für die Beobachtung der Netzwerkentwicklung.

Die MEA-Neurochips werden mit standardisierter, photolithographischer Technik hergestellt. Kommerziell erhältliche Indium-Zinnoxid- (ITO) oder goldbeschichtete Glasträger werden photolithographisch strukturiert, mit Polysiloxan isoliert, und die Isolation wird über den Elektroden wieder geöffnet. Die Elektroden werden galvanisch mit einer dünnen Goldschicht belegt, um die Impedanz auf ca. 2-4 MOhm zu vermindern.

Aktivitätsmuster Die MEA-Neurochips werden für die Messungen in einer sterilen Dauerüberstand-Messkammer eingebracht und bei 37°C, pH 7.4 und einem befeuchteten Luftstrom mit 10% CO2 gehalten. Aufzeichnungen erfolgen mit dem Vielkanal-Aufzeichnungssystem der Fa. Plexon Inc. (Dallas, USA), und einem PC-gesteuerten, 64-kanaligem Verstärkersystem, welches Daten von Einzelneuronen liefert.

Spikeerkennung und -separation basieren auf einem Template-Matching-Algorithmus. Die Amplitude der routinemäßig aufgezeichneten Signale liegt üblicherweise zwischen 100-500µM, mit einem hohen Signal-Rausch-Verhältnis.

NeuroProof verbessert die MEA-Neurochip-Technologie mit eigener Chipentwicklung und fertigt neue Chipdesigns für spezifische Anwendungen an.




 
 

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