Beispiel: Screening von Phytopharmaka zur Behandlung neurologischer Erkrankungen
Viele bekannte pflanzliche Arzneimittel werden traditionell als psychoaktiv eingestuft. Obwohl es für viele dieser pflanzlichen
Arzneimittel in zunehmendem Maße moderne klinische Studien gibt, die deren psychoaktive Wirkung untermauern, existieren doch sehr
wenige Daten über ihre Wirkungsmechanismen. Solche Untersuchungen sind jedoch nötig, um sowohl die Sicherheit bei der Anwendung zu
beurteilen, als auch ihr ganzes therapeutisches Potenzial auszuschöpfen. Das Screening von Phytopharmaka eröffnet außerdem die
Chance, neue Lead-Substanzen zu identifizieren, als auch zu zeigen, ob die vermutete synergistische Wirkung der pflanzlichen
Kombinationspräparate eine pharmakologische Grundlage besitzt.
Die komplexe chemische Zusammensetzung pflanzlicher Arzneimittel erschwert deren Untersuchung mittels konventioneller
pharmakologischer in vitro-Modelle wie Patch-Clamp oder Synaptosomen-Wiederaufnahmestudien. Diese Techniken können außerdem
nicht die funktionellen Eigenschaften von neuronalen Netzwerken reflektieren.
Die NeuroProof-Technologie liefert vergleichsweise mehr relevante physiologische Informationen, da diese mittels in vitro
Mikroelektroden-Aufnahmesystemen gewonnen werden. Die multiparametrische Beschreibung der Änderungen infolge der Behandlung
der multizellulären neuronalen Netzwerke stellt einen innovativen Ansatz dar, um die komplexen Wirkungen von
ZNS-Medikamenten, von unbekannten Substanzen und von komplexen Gemischen wie biologischen Extrakten quantitativ zu bewerten
und zu vergleichen.
Die Daten liefern einen neuen, globalen Einblick auf die Änderungen der Aktivitätsmuster sowie Hinweise auf mögliche pharmakologische
Wirkungsmechanismen von pflanzlichen Arzneimitteln.
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Informationen.